Glossary Term: Option

Option – Definition, Funktionsweise und Einsatz an der Börse
Was ist eine Option?

Eine Option ist ein derivates Finanzinstrument, das dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht einräumt, einen bestimmten Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder zu einem festgelegten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Zu den Basiswerten können Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen oder Anleihen gehören.

Optionen zählen zu den wichtigsten Derivaten an den internationalen Finanzmärkten und werden sowohl zur Absicherung von Risiken als auch zur Spekulation auf steigende oder fallende Kurse eingesetzt.

Der Käufer einer Option zahlt für dieses Recht eine sogenannte Optionsprämie an den Verkäufer der Option. Im Gegenzug verpflichtet sich der Verkäufer, die Bedingungen des Optionsvertrages zu erfüllen, falls der Käufer sein Recht ausübt.

Arten von Optionen

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Optionstypen unterschieden:

Call-Option

Eine Call-Option verleiht dem Käufer das Recht, den zugrunde liegenden Basiswert zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis oder Strike Price) zu kaufen.

Anleger erwerben Call-Optionen in der Regel dann, wenn sie von steigenden Kursen des Basiswertes ausgehen.

Beispiel:

Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Ein Anleger kauft eine Call-Option mit einem Ausübungspreis von 110 Euro. Steigt die Aktie auf 130 Euro, kann der Anleger die Aktie zum vereinbarten Preis erwerben und von der Differenz profitieren.

Put-Option

Eine Put-Option gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.

Put-Optionen werden häufig eingesetzt, um von fallenden Kursen zu profitieren oder bestehende Wertpapierbestände gegen Kursverluste abzusichern.

Beispiel:

Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Der Anleger kauft eine Put-Option mit einem Ausübungspreis von 95 Euro. Fällt die Aktie auf 80 Euro, kann der Anleger die Aktie weiterhin zum höheren vereinbarten Preis verkaufen.

Bestandteile einer Option

Jede Option setzt sich aus mehreren wichtigen Merkmalen zusammen:

Basiswert (Underlying)

Der Vermögenswert, auf den sich die Option bezieht. Dies können beispielsweise Aktien, ETFs, Indizes oder Rohstoffe sein.

Ausübungspreis (Strike Price)

Der Preis, zu dem der Basiswert gekauft oder verkauft werden kann.

Laufzeit

Die Gültigkeitsdauer der Option. Nach Ablauf der Laufzeit verfällt die Option wertlos, sofern sie nicht ausgeübt wurde oder keinen inneren Wert besitzt.

Optionsprämie

Der Preis, den der Käufer für die Option bezahlt. Sie stellt gleichzeitig das maximale Verlustrisiko des Käufers dar.

Innerer Wert und Zeitwert

Der Preis einer Option setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

Innerer Wert

Der innere Wert beschreibt den unmittelbaren wirtschaftlichen Vorteil einer Ausübung.

Bei einer Call-Option ergibt sich der innere Wert aus der Differenz zwischen aktuellem Marktpreis und Ausübungspreis.

Zeitwert

Der Zeitwert spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, dass die Option bis zum Laufzeitende noch an Wert gewinnt.

Mit zunehmender Annäherung an den Verfallstag sinkt der Zeitwert kontinuierlich. Dieser Effekt wird als Zeitwertverlust oder „Theta-Effekt“ bezeichnet.

Europäische und amerikanische Optionen

An den Finanzmärkten existieren unterschiedliche Ausübungsarten:

Europäische Optionen

Diese können ausschließlich am Ende der Laufzeit ausgeübt werden.

Amerikanische Optionen

Diese können während der gesamten Laufzeit jederzeit ausgeübt werden.

Die meisten an US-Börsen gehandelten Aktienoptionen sind amerikanischer Natur, während viele Indexoptionen europäisch ausgestaltet sind.

Warum handeln Anleger Optionen?

Optionen bieten Investoren zahlreiche Einsatzmöglichkeiten:

Spekulation

Mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz können Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Dieser Hebeleffekt erhöht jedoch gleichzeitig das Risiko.

Absicherung (Hedging)

Investoren nutzen Optionen häufig zur Absicherung bestehender Aktienpositionen gegen Kursverluste.

Ein klassisches Beispiel ist der Kauf einer Put-Option auf eine bereits gehaltene Aktie.

Zusatzerträge

Erfahrene Anleger verkaufen Optionen, um regelmäßige Prämieneinnahmen zu erzielen. Eine bekannte Strategie ist das sogenannte Covered Call Writing.

Chancen und Risiken von Optionen
Chancen
Überproportionale Gewinnmöglichkeiten durch Hebelwirkung
Flexible Einsatzmöglichkeiten
Absicherung von Wertpapierportfolios
Nutzung steigender und fallender Märkte
Risiken
Totalverlust der gezahlten Optionsprämie möglich
Komplexe Preisbildung
Zeitwertverlust reduziert den Wert der Option
Hohe Schwankungen können zu erheblichen Verlusten führen

Insbesondere unerfahrene Anleger sollten sich vor dem Handel mit Optionen intensiv mit deren Funktionsweise auseinandersetzen.

Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen

Obwohl beide Instrumente ähnliche Eigenschaften besitzen, bestehen wesentliche Unterschiede.

Optionen werden standardisiert an Terminbörsen wie der Eurex oder der Chicago Board Options Exchange gehandelt.

Optionsscheine hingegen werden von Banken emittiert und stellen Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten dar. Dadurch besteht bei Optionsscheinen zusätzlich ein Emittentenrisiko.

Optionen gehören zu den vielseitigsten Finanzinstrumenten an den Kapitalmärkten. Sie ermöglichen Anlegern, auf steigende und fallende Kurse zu setzen, Portfolios abzusichern oder zusätzliche Erträge zu generieren. Gleichzeitig sind Optionen komplexe Derivate, deren Handel fundierte Kenntnisse über Preisbildung, Laufzeiten, Volatilität und Risikomanagement erfordert.

Wer die Funktionsweise von Call- und Put-Optionen versteht, erhält ein leistungsfähiges Instrument zur Umsetzung professioneller Anlagestrategien und zur effizienten Steuerung von Chancen und Risiken an der Börse.

Es wurde leider nichts gefunden. Bitte versuche eine Suche mit anderen Suchbegriffen.